Schule
Allgemein
Seit 2015 arbeite ich am Technischen Bildungszentrum (TBZ) Mitte in Bremen. Nach Beendigung des Referendariats mit den Fächern Metalltechnik und Mathematik unterrichte ich seit Februar 2017 die Auszubildenden zur KFZ-MechatronikerIn im zweiten und dritten Ausbildungsjahr.
Unser Schulkonzept im KFZ-Bereich ist stark schülerzentriert ausgelegt.
Zudem setzen wir auf möglichst viele praktische Inhalte.
Welche Inhalte dies beispielsweise sind, werde ich demnächst hier aufzeigen.
Lehrmittel
Lernfeld 5
- Motormechanik Da ein Motor hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, verschleißt er. Dieser Verschleiß lässt sich bei zerlegtem Motor messen. Diese Messungen führen wir in unserer Werkstatt mit den SuS durch. Dabei verwenden wir Messinstrumente wie einen Messschieber, eine Bügelmessschraube und eine Innenmessuhr. Gemessen werden unter anderem der Zylinderdurchmesser, der Kolbendurchmesser sowie das Höhen- und Stossspiel der Kolbenringe.
- Zahnriemen Der Kollege hat am Vortag den Zahnriemen wechseln wollen und der passende Ersatz war nicht auf Lager. Heute ist der Zahnriemen angekommen und der Kollege ist krank. Also müssen unsere SuS die Arbeit übernehmen und einen neuen Zahnriemen verbauen. Dabei sind die Vorgaben der Arbeitsanweisung zu befolgen, damit es nicht zu einem Motorschaden durch falschen Einbau kommt. Wir nutzen dafür drei OHC-Motoren von VW.
- Kühlsystem Wenn der Motor Kühlwasser verliert, kann es schnell zu einer Überhitzung des Motors mit eventuell folgendem Motorschaden kommen. Um die Ursache des Kühlwasserverlusts zu klären, wird ein Überdruck auf das Kühlsystem aufgebracht, so dass eine Sichtprüfung die Leckage aufdecken kann.
Lernfeld 6
- Batterie Wer kennt es nicht? Man will im Winter das Auto starten und es springt nicht an. Der Motor dreht zwar langsam, aber er verweigert seinen Dienst. Die schwache Batterie wird zunächst geladen, um sie bei voller Kapazität prüfen zu können. Eine Belastung der Batterie durch einen großen Strom darf diese nicht auf eine Spannung unter 9 Volt fallen lassen. Neben dem Belastungstest der Batterie überprüfen wir den Ruhestrom eines Fahrzeuges. Nach dem Abstellen des Fahrzeugs werden sämtliche Verbraucher nach und nach durch die Steuergeräte abgeschaltet. Dadurch sinkt der sogenannte Ruhestrom auf wenige Milliampere. Ist der gemessene Ruhestrom wesentlich höher, so geht man von einem "stillen oder heimlichen Verbraucher" aus. Dieser wird durch sukzessives Ziehen der Sicherungen und Abziehen von Steckverbindungen zunächst eingegrenzt und anschließend ermittelt.
- Starter In unserem Labor haben wir vier defekte Starter. Was jedoch genau an den Startern defekt ist, sollen die SuS durch gezielte Spannungsmessungen ermitteln.
- Generator Der Generator (auch Lichtmaschine genannt) erzeugt eine Wechselspannung. Um während des Motorlaufs die Verbraucher des Fahrzeugs mit Strom zu versorgen und die Batterie zu laden, wird jedoch eine Gleichspannung benötigt. Wie die Wechselspannung durch die Schaltung von Dioden in eine Gleichspannung "gleichgerichtet" wird, erfahren die SuS an einem praktischen Beispiel.
Lernfeld 7
- Bremse SuS, die über einen Führerschein verfügen und im Werkstattalltag nicht dazu kommen, können in unserer Werkstatt ein Fahrzeug auf den Bremsenprüfstand fahren. Außerdem messen sie den Bremsscheibenschlag und ermitteln, ob dieser im zulässigen Rahmen liegt.
Lernfeld 8
- Motormanagement Zum Motormanagement zählen etliche Sensoren und Aktoren. Wie diese funktionieren und welche Signale sie senden bzw. empfangen, erarbeiten sich die SuS an unseren Motorständen. Diese bilden sowohl einen Common Rail Diesel und einen Benzin-Direkteinspritzer recht realistisch ab.